KIM AVERY

 

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Wormser Zeitung, 07/ 2010:

"Wesen aus einer anderen Welt -
Nackt liegt die schlanke junge Frau da. Unter den schwarzen Haaren lugen blaue Augen hervor. Unsicher und melancholisch schauen sie in die Welt. Ein roter Kussmund, die Hände manikürt, glatte, streichelzarte Pfirsichhaut. Zweifellos eine attraktive Dame...
Wenngleich (die Künstlerin)...sich nicht körperlich in Acryl verewigt hat, hat sie ihre Seele doch mitgenommen. Persönliche Sehnsüchte, Träume und Wünschen - all das spiegelt sich auf der Leinwand wider.

Die nackte Frau liegt mitten auf einer breiten Straße. Mächtige Hochhausklötze bilden die Kulisse. Kim Averys Seelenspiegel hat Ecken und Kannten. Die Einsamkeit und Verlorenheit in der Großstadt, das ist offenbar eines ihrer großen Themen. "Wohin?" lautet der Titel dieses geheimnisvollen Acryl-Bildes.

Wohin die künstlerische Reise in der Avery-Ausstellung geht, kann jeder Besucher selbst entscheiden. Denn die Malerin lässt sich nicht auf eine Richtung festlegen. Mann kann sich als Betrachter weiter dem Melancholisieren hingeben und mitfühlen, wie die nackte Frau alleine und verlassen ihr Gesicht in den Händen verbirgt und fast in den Häuserschluchten zu versinken droht ("Allein").

Oder man lässt sich zurück in seine Kindheit versetzen. Dort darf der Kunstfreund bei einer "Monsterparty" mitmachen, sich mit rosa Schweinchen auf einer grünen Wiese tummeln ("Schwein gehabt") und gemeinsam mit den "Schleckermäulchen" bunter Süßigkeiten konsumieren, bis es heftige Bauchschmerzen gibt.

Das ist nämlich die zweite Kategorie dieser Ausstellung: die Witz- und Kinderbilder zum Schmunzeln und Mitlachen...Kim Avery malt beides gern, ernste und lustige Motive. ...

die Geschichte über eine Verschmelzung zwischen Meer, Glitzer und einem Geschöpf mit weiblichen Zügen. "Wenn die Sonne auf das Meer trifft, glitzert und funkelt es so sehr, das wirkt für mich sehr entspannend, auch lebhaft", verrät Avery. Ergebnis ist ein Bild, das auf den ersten Blick befremdlich wirkt.
Den Rücken durchgebogen, die Brüste nach vorn gereckt, hebt sich eine weibliche Kreatur aus dem Wasser. Das Geschöpf ist ganz eins mit dem Meer. (Claudia Wössner
)